Abgesehen davon, dass sich das Wetter an diesem Wochenende nicht unbedingt von der schönsten Seite zeigte, waren es dennoch zwei erinnerungswürdige Tage am 26. und 27. Juni.
Es ist ja nicht so, dass wir jeden Monat die Gelegenheit hätten, Ra:IN live zu sehen. Welche Aufgaben uns also auch immer im Weg standen - sie mussten warten, bis das Wochenende vorbei war! Es wurde nicht lang gefackelt, sondern die nötigsten Sachen wurden geschnappt und ab ging’s zu den Ra:IN Gigs in Deutschland! Wir waren uns sicher, dass es rocken wird - und das tat es auf jeden Fall!

- Freitag, 26. Juni - Ra:IN Live in Berlin, Magnet Club

Ich bete zu Petrus, es bitte nicht gerade JETZT regnen zu lassen - erfolgreich.
Berlin ist eine verdammt große Stadt (jedenfalls aus meiner Sicht - andere würden wohl sagen 'was ist denn dann Tokyo!?' aber trotzdem, für mich ist Berlin riesig!). Ich bin mir nie wirklich sicher, ob ich die Gegenden, durch die ich gehe, nicht schon einmal gesehen habe. Ein Freund, der mich begleitete, und ich waren uns nicht einmal sicher, ob wir richtig waren auf unserem Weg zum Magnet Club, da Berlin scheinbar ein merkwürdiges System für Hausnummern zu hat. Indem wir nach verrückt aussehenden Leuten Ausschau hielten, haben wir letztendlich unser Ziel gefunden und wurden sofort von einem begeisterten Fan begrüßt, der uns eine Nummer verpassen wollte, damit wir wohl geordnet in den Club gehen könnten.

Hier geht’s zur Köln-Review!

Geschieben und übersetzt von Maverick
Überabeitet von Asuka Miyu

Zugegeben, ich hab viel zu aggressiv reagiert, wenn ich jetzt zurückdenke und selbst jetzt tut mir das noch Leid, aber.... "Hey! Wir sind hier nicht bei Tokio Hotel!", dachte ich mir. Oder, um Roger Murtaugh (auf dem Film "Lethal Weapon", falls einem der Name nichts sagt) zu zitieren: "Ich bin zu alt für den Scheiß!" (lacht). Okay, meine Strafe folgte auf den Fuß - dafür konnte ich das tolle Banner nicht signieren, dass die Fans für Ra:IN mitgebracht haben, auf dem der Name der Band liebevoll aufgezeichnet wurde (ein Bild von dem Banner ist in DIEs Blogeintrag für diesen Tag zu finden).

Leider waren nicht sehr viele Fans da. Viele meinten, das lag daran, dass kaum jemand von dem Gig wusste: "Hier z.B. war gar nichts und wir kommen aus Kiel, das heißt also, selbst wenn Berlin bescheid wüsste, wüsste das aber kein anderer..."
Deshalb haben alle Fans zugestimmt, dass das nächste mal viel mehr Werbung her müsste!

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Das Konzert an sich war dennoch erinnerungswürdig. Die wenigen Leute, die da waren, drückten keineswegs die Stimmung. Es war, im Gegenteil, eine angenehme, begeisterte Atmosphäre und ich bin mir sicher, dass die auftretenden Musiker mindestens genauso viel Spaß wie die Fans hatten! Es war eine tolle Erfahrung, ein Konzert in solch einer familiären Atmosphäre zu sehen - im Gegensatz zu den zumeist großen Konzerten, an die viele dort gewohnt waren: "Aber das war chillig, das Konzert! Das fand ich richtig locker."

Der Abend begann mit einer recht kurzen, aber großartigen Vorstellung von Mike Breeze (Gesang/Keyboard; Mirror, X JAPAN-Fan) und Leif Astroid. Mit ihrer Performance, die meiner Meinung nach an die Rocky Horror Picture Show erinnerte, haben sie es schnell geschafft, die Sympathie des Publikums zu gewinnen. Originell und großartig! Als Sahnebonbon für alle anwesenden X JAPAN-Fans ließen sie es sich nicht nehmen, ein Medley aus Say Anything und Endless Rain zu spielen. Das brachte die Fans dazu, begeistert mitzusingen. Solltet ihr noch nicht von ihnen gehört haben, hört sie euch unbedingt mal an!

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Nach Leifs und Mikes Auftritt folgten Zamza 'n Banshee. Das erste, das meine Aufmerksamkeit auf sich zog, war zweifelsohne der Bassist Banshee Aliouxce (Fragt mich nicht, wie man den Namen aussprechen soll, ohne hinterher einen Knoten in der Zunge zu haben - ich hab keiiine Ahnung (lacht)). Kennt ihr Edward mit den Scherenhänden? An ihn dachte ich als erstes als ich Banshee gesehen habe, der die Angewohnheit hat, sobald die Show beginnt erst einmal einen ordentlichen Schluck JD auf der Bühne runterzuspülen. Insbesondere, da die restlichen Bandmitglieder, inklusive Sänger Zinc White, vergleichsweise recht... 'normal' aussehen. Allerdings ist Zinc ein Meister darin, Leute zu verwirren, was sein Geschlecht angeht (hätte es eine Wette gegeben, hätte ich sie auf alle Fälle verloren LOL).

 

Ihr Auftritt war nicht gerade nach meinem Geschmack, aber ich gehöre damit sicher nicht zur Mehrheit, da offensichtlich die meisten Fans sowohl in Berlin, als auch in Köln, es genossen haben, die Songs ihres neuen Albums "MANGA" zu hören - schaut nur mal in die Review für Köln! ;) (Allerdings spielten sie in Köln lange nicht so viele Songs wie in Berlin.)

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Nachdem Zamza 'n Banshee gespielt hatten, dauerte es eine Weile, bis man ihr Equipment von der Bühne abgebaut und das für Ra:IN aufgebaut hatte. Aber sobald das geschafft war, Ladies and Gentlemen, ließen die Meister des Psychedelic-Rock sich nicht lang bitten und präsentierten uns eine großartige Performance, die meiner Meinung nach den Vergleich mit Legenden wie Pink Floyd nicht zu scheuen braucht. Schaut man sich die vier Mitglieder vor der Show an - eher relaxed und bloß keine Eile - frage ich mich allen Ernstes, woher sie die Energie für die Bühne nehmen. Aber vielleicht ist genau das ihr Geheimnis - so viel Energie wie möglich für die Bühne sparen! Normalerweise bin ich nicht so ein großer Fan von Keyboards, aber es gibt einige Ausnahmen. Neben Deep Purple und Pink Floyd gehört Ra:IN definitiv dazu. Sie wissen, wie man Keyboards und computerbearbeitete Töne mit Rockmusik auf eine Art und Weise kombiniert, die den Hörer auf eine musikalische Reise durch eine Fantasiewelt entführen. DIE ist mit Sicherheit ein Meister seiner Keyboards und Computer, der die Songs so arrangiert, dass sie klingen, als wären sie nicht von dieser Welt. Insbesondere, wenn man ihn und Michiaki singen hört - ihre Stimmen verfremdet dank weltlicher Computertechnologie. PATAs Gitarre und Michiakis Bass haben mich mehr als einmal vollkommen paralysiert und anstatt zu headbangen und zu rocken, wie es die Fans dort taten, ertappte ich mich manchmal dabei, wie ich einfach nur still dastand und ihre Finger beobachtete, die über die Hälse ihrer Instrumente schnellten. Und Tetsu - der Teufel hinter den Drums - er hat gedrumt wie ein Irrer! Kaum zu glauben, wenn man ihn vorher gesehen hat, wie er mehr schlafend als wach umhergetrottet ist, wie es schien.

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Im Großen und Ganzen war der Abend es Wert, teilzunehmen - großartig und relaxed - ziemlich passend für Ra:IN, nicht wahr? Und es hat neugierig auf mehr gemacht! Also machten wir und auf nach Köln für einen weiteren unvergesslichen Abend!